Von der Straße in den Klassenraum – die Sowi-Kurse der 8. Klassen setzen sich mit Wohnungslosigkeit auseinander
Vom 15. bis 17. September fand die Projektwoche der Differenzierungskurse der Jahrgangsstufen 8 und 9 statt.
Die Sowi-Kurse der 8. Klassen beschäftigten sich dabei intensiv mit dem Thema Obdachlosigkeit und Wohnungslosigkeit.
Zum Auftakt ging es am Dienstag zum Ebertplatz. Dort startete gemeinsam mit den DRAUSSENSEITERN ein sozialer Stadtrundgang durch Köln. Begleitet wurden die Schüler:innen unter anderem von Mike, der selbst einige Zeit auf der Straße gelebt hat.
Während des Rundgangs hatten die Schüler die Möglichkeit, all die Fragen zu stellen, die sie zum Thema beschäftigten. Dabei ging es nicht nur um Zahlen und Fakten, sondern vor allem um persönliche Erfahrungen und die Lebensrealität von Menschen, die auf der Straße leben.
Besonders eindrücklich war die Erfahrung mit sogenannter „defensiver Architektur“. Die Schüler:innen konnten selbst ausprobieren, wie es sich anfühlt, auf einer Bank zu liegen, die durch bauliche Maßnahmen bewusst so gestaltet ist, dass dort niemand bequem schlafen kann.
Es entstanden viele bewegende und offene Gespräche zwischen Mike und den Schüler:innen. Der direkte Austausch machte deutlich, dass hinter dem Begriff „wohnungslos“ immer ein Mensch mit einer eigenen Geschichtesteht.
Am zweiten Projekttag entstand schnell eine Idee: Wir möchten die DRAUSSENSEITER unterstützen!
Deshalb planten die Schüler einen Waffelverkauf in der Schule. Doch bevor die Waffeln gebacken werden konnten, stand eine kleine Challenge auf dem Programm: Zwei Gruppen erhielten exakt denselben Einkaufszettel und machten sich auf den Weg in unterschiedliche Supermärkte. Ihre Aufgabe war es, die benötigten Zutaten für den Waffelteig so günstig wie möglich einzukaufen.
Das Ergebnis sorgte für großes Staunen: Beide Gruppen bezahlten bis auf den Cent genau den gleichen Betrag!
Am Donnerstag war es dann so weit. Bereits in der ersten Stunde wurde fleißig Waffelteig angerührt und vorbereitet. Pünktlich zur ersten Pause zog der Duft frischgebackener Waffeln durch das Foyer.
Der Andrang war so groß, dass auch in der zweiten Pause noch einmal zahlreiche Waffeln gebacken und verkauft wurden. Insgesamt kamen dabei knapp 100 verkaufte Waffeln zusammen.
Die Schüler haben damit nicht nur viel über Wohnungslosigkeit gelernt, sondern selbst erfahren, wie aus einer gemeinsamen Idee eine konkrete Unterstützung werden kann.
Die Einnahmen aus dem Waffelverkauf sollen nun offiziell an die DRAUSSENSEITER übergeben werden. Damit endet die Projektwoche nicht mit dem letzten Waffelverkauf: Die Schüler setzen mit ihrer Spende ein Zeichen der Solidarität und zeigen, dass gesellschaftliches Engagement bereits in der Schule beginnen kann.
Ein besonderer Dank gilt den DRAUSSENSEITERN und insbesondere Mike für die offenen Gespräche, die persönlichen Einblicke und den eindrucksvollen Stadtrundgang.